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Verfahrenspflegschaft für Minderjährige

Mit dem neuen Kindschaftsrecht zum 1. Juli 1998 ist für familiengerichtliche Verfahren, in denen erhebliche Interessengegensätze zwischen dem Kind und seinen Eltern bestehen, die Einsetzung einer VerfahrenspflegerIn als “Anwalt des Kindes” (§ 50 FGG – Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit) eingeführt worden.

In der Regel ist die Bestellung einer VerfahrenspflegerIn u. a. erforderlich,

  • wenn das Interesse des Kindes zu dem seiner gesetzlichen Vertreter in erheblichem Gegensatz stehen,
  • in Verfahren wegen Gefährdung des Kindeswohls,
  • in Verfahren, in denen es darum geht, ein Kind, das längere Zeit in einer Pflegefamilie lebt von seinen Pflegeeltern zu trennen
  • in hochstreitigen Umgangs- und Sorgerechtsverfahren.

Als Aufgaben der VerfahrenspflegerIn, die vom Gericht bestellt wird, lassen sich festhalten:

  • Vertretung der Kindesinteressen im Verfahren
  • Ausgleich der strukturellen Unterlegenheit des Kindes/Jugendlichen und des im gerichtlichen Verfahren vorhandenen Macht- und Kommunikationsgefälles
  • Wahrnehmung von Verfahrensrechten für Kinder/Jugendliche
  • Einflussnahme auf eine zügige, zeitnahe Entscheidung des Gerichts (unter Berücksichtigung des kindlichen Zeitbegriffs)
  • Rollen- und Aufgabenklärung zwischen den beteiligten Helfersystemen/Fachkräften
  • Stellungnahme für das Gericht
  • Dolmetscherfunktion (gegenüber Erwachsenen und umgekehrt)
  • Übernahme einer Vermittlerrolle.

Die Übernahme einer Verfahrenspflegschaft erfordert von der Fachkraft die Fähigkeit zur Begleitung von Kindern und Jugendlichen in zum Teil extrem belastenden Lebenssituationen. Hierfür bedarf es sowohl Praxiserfahrungen als auch besonderer juristischer, pädagogischer und psychologischer Fachkenntnisse.

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