Spenden und Helfen

Armutsprävention

Übersicht:


Familienbezogene Armutsprävention

Handeln - bevor es eng wird!

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) ist seit seiner Gründung durch Agnes Neuhaus im Jahr 1899 ein katholischer Frauen- und Fachverband der sozialen Arbeit, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, insbesondere Frauen, Mädchen und Kindern, aber auch generell benachteiligten Familien in Not zu helfen. Armutsbekämpfung und Armutsverhinderung haben eine lange Tradition im SkF, da sich das Klientel überwiegend aus von Armut bedrohten und betroffenen gesellschaftlichen Gruppierungen zusammensetzt. Der Verband unterhält sowohl ambulante als auch stationäre Beratungs- und Hilfeangebote und ist entsprechend präventiv und nachsorgend tätig. Er nimmt seine Aufgaben in Anwaltschaft für die Betroffenen wahr, indem er sich in politischen und kirchenpolitischen Gremien und in der Öffentlichkeit für die Belange der Ratsuchenden einsetzt. Die Arbeit des Verbandes orientiert sich an den Prinzipien von Personalität, Solidarität und Subsidiarität. Dies entspricht der katholischen Soziallehre und ist heute so aktuell wie damals. Der SkF arbeitet heute in folgenden sozialen Feldern:

  • Beratung und Hilfe im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe
  • Beratung und Hilfe für Frauen und Familien in besonderen Belastungssituationen
  • Beratung und Hilfe für Menschen in besonderen Lebenslagen (Gefährdetenhilfe)
  • Betreuungen nach BTG
  • Beratung und Hilfe für psychisch kranke Frauen.

In den o. g. Fachgebieten werden überproportional viele Frauen und Familien in wirtschaftlich schwierigen Situationen beraten und betreut. Bereits in der Auswertung der Armutsuntersuchung des Deutschen Caritasverbandes von 1993 „Arme unter uns“ wird dies mit eindeutigem statistischen Zahlenmaterial belegt. (vgl.: R. Hauser/W. Hübinger u .a., 1993, „Arme unter uns“, Schaubild 4.6.1)

Auch die Bestandsaufnahme der Lebenslagen in Deutschland bis 1998 im 1. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung machte in fast allen Lebensbereichen deutlich, dass die soziale Ausgrenzung zugenommen und die Verteilungsgerechtigkeit abgenommen hat. Speziell Arbeitslosigkeit, vor allem über einen längeren Zeitraum, verursacht durch unzureichende Qualifikation, gesundheitliche Beeinträchtigung oder durch familiäre Problematik bedeutet nicht nur Einkommensverlust, sondern auch soziale Ausgrenzung und damit oftmals den Verlust des Selbstwertgefühls. Die derzeitige wirtschaftliche und sozialpolitische Lage in Deutschland verstärkt diese Problematik.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat bereits 1999 begonnen, ein Maßnahmekonzept zur Armutsprävention aufzubauen. Inhaltliche Schwerpunkte, wie die Förderung der Entwicklung kommunaler Strategien zur Armutsprävention und der wirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Bildung von Familie, Kindern und Jugendlichen in belasteten Lebensverhältnissen zielen dabei auf die Entwicklung eines sozialen Risikomanagements.

Die oben beschriebenen Prozesse haben den Sozialdienst katholischer Frauen veranlasst, in der Zentrale einen eigenen Fachbereich „Familienbezogene Armutsprävention“ einzurichten. Das Ziel von familienbezogener Armutsprävention ist es, durch eine frühzeitige Information und Unterstützung von Risikofamilien eine erschwerte Armutssituation zu verhindern und vorhandene Ressourcen zu schützen, zu erhalten bzw. auszubauen (z.B. den Erhalt der Wohnung, den Erhalt der Motivation für eine berufliche Wiedereingliederung oder weitere Qualifizierung, gemeinschaftliche Stadtteilaktionen initiieren etc.). Diese Ziele verfolgen in unterschiedliche Weise viele Projekte und Initiativen in SkF Ortsvereinen.

Unter dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ hat die Zentrale des Sozialdienst katholischer Frauen im Sommer 2002 eine Erhebung in den Ortsvereinen durchgeführt, um Armutspräventionsprojekte zu dokumentieren. Insgesamt wurden von 50 Ortsvereinen 82 Projekte gemeldet. (3 Maßnahmen zum Bereich Babyfenster/Aktion Moses wurden in diese Erhebung nicht aufgenommen, da hierfür eine spezielle Erhebung vorgesehen ist.)

Im Interesse der Vielfalt und der Ideenschöpfung, der Multiplikatorenfunktion und als Informationsquellen sind sonst alle Projekte und Maßnahmen, die der SkF-Zentrale gemeldet wurden, aufgenommen worden, auch wenn es in der Zwischenzeit Regelangebote geworden sind bzw. die Projekte schon ausgelaufen sind oder wieder verlängert wurden. Als Projekte wurden u.a. auch Angebote gemeldet, die zwar zu Regelangeboten der einzelnen Fachbereiche gehören, aber immer wieder befristet finanziert werden. Die vorliegende Dokumentation erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, gibt aber einen guten Überblick über die Vielfalt der Projekte und Initiativen in SkF-Ortsvereinen im Sinne familienbezogener Armutsprävention.

Unter dem Link Projektbörse ‘Familienbezogene Armutsprävention’ finden Sie alle Projekte der Erhebung aufgeführt (nach Fachbereichen bzw. Städten geordnet) sowie eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Projekte.

Die Gesamtdokumentation “Handeln - bevor es eng wird! Familienbezogene Armutsprävention im Sozialdienst katholischer Frauen” erhalten Sie zusätzlich zum downloaden als PDF-Datei.

Ansprechpartnerin:
Brunhilde Ludwig
Referat Frauen und Familien in besonderen Belastungssituationen
Tel. 0231 557026-10
E-Mail ludwig@skf-zentrale.de


Beratung und Hilfe